Die Anschlüsse eines Desktop-Monitors und was sie übertragen

ecran usb-c 4K IPS VA

 

Drei Anschlüsse teilen sich heute die Rückseite eines Desktop-Monitors. HDMI, das an fast allen Geräten vorhanden ist. DisplayPort, den Grafikkarten von Desktop-Computern bieten. USB-C, das Bild, Ton, Daten und Strom über ein einziges Kabel überträgt.

Die Wahl zwischen den drei Anschlüssen hängt von zwei Dingen ab: davon, welchen Ausgang das Gerät bietet, und davon, was angezeigt werden soll. Eine hohe Auflösung in Kombination mit einer hohen Bildwiederholfrequenz benötigt mehr Bandbreite als Full-HD-Büroarbeit, und nicht alle Anschlüsse erreichen dasselbe Niveau.

Was ein Videoanschluss überträgt

Ein Videoanschluss überträgt ein Bild und in den meisten Fällen auch Ton. Seine Grenzen lassen sich an zwei Zahlen ablesen: der Auflösung, also der Anzahl der angezeigten Pixel, und der Bildwiederholfrequenz, also der Anzahl der Bilder pro Sekunde. Das Produkt aus beiden ergibt die Datenrate, die die Verbindung bewältigen muss.

Die Datenrate hängt von zwei Elementen ab, die gleichermaßen wichtig sind: der Version des Anschlusses auf der Seite des Computers und des Monitors sowie dem Kabel. Ein älteres Kabel an einem neueren Anschluss begrenzt das gesamte System auf das Niveau des Kabels. Das ist das Erste, was geprüft werden sollte, wenn ein Monitor seine angegebene Auflösung nicht darstellen kann.

Drei Familien digitaler Anschlüsse finden sich heute bei den meisten verkauften Monitoren: HDMI, DisplayPort und USB-C. Hinzu kommen VGA und DVI, zwei ältere Anschlussfamilien, die bei vorhandener Hardware noch anzutreffen sind. Ein Desktop-Monitor verfügt häufig über mehrere Anschlüsse gleichzeitig. So können zwei Computer dauerhaft angeschlossen bleiben und über das Menü des Monitors zwischen ihnen gewechselt werden.

Der Fall des Laptops

Ein Laptop bietet selten alle drei Anschlüsse. Kompakte Modelle beschränken sich häufig auf USB-C, größere Modelle behalten einen HDMI-Anschluss, während DisplayPort dann über eine Dockingstation bereitgestellt wird. Die erste Prüfung sollte daher dem Ausgang des Computers gelten, nicht den Anschlüssen, die der Monitor akzeptiert.

Ein USB-C-Anschluss eines Laptops überträgt nicht immer ein Videosignal: Diese Fähigkeit wird als DisplayPort Alternate Mode bezeichnet. Der Hersteller gibt sie im Datenblatt des Geräts an, manchmal auch durch ein Symbol neben dem Anschluss. Ohne diese Funktion überträgt dasselbe Kabel lediglich Daten und Strom.

Für einen zweiten Monitor gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wird jeder Monitor an einen separaten Videoausgang des Computers angeschlossen. Oder man verwendet eine Dockingstation beziehungsweise einen Monitor mit Signaldurchleitung, wenn der Laptop nur über einen nutzbaren Videoausgang verfügt.

HDMI, der Anschluss an praktisch jedem Gerät

HDMI findet sich an Laptops, Desktop-Computern, Spielekonsolen, Set-Top-Boxen und Fernsehern. Es ist der gemeinsame Nenner: Wenn nicht bekannt ist, welche Anschlüsse das andere Gerät besitzt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es über HDMI verfügt.

Seine Version bestimmt, was der Anschluss unterstützt. Ein gängiger 4K-Desktop-Monitor bietet beispielsweise HDMI 2.0 und kann damit 3840 x 2160 Pixel bei 60 Hz darstellen – passend für Büroarbeit und Videowiedergabe. HDMI überträgt außerdem Ton, sodass Audio an die Lautsprecher des Monitors oder an dessen Kopfhöreranschluss gesendet werden kann.

DisplayPort, der Anschluss für Desktop-Computer

DisplayPort stammt aus der Computerwelt, während HDMI ursprünglich aus dem Bereich der Videotechnik kommt. Grafikkarten von Desktop-Computern verfügen fast immer über DisplayPort, häufig sogar über mehrere Anschlüsse. Auch Dockingstations für professionelle Laptops bieten diesen Anschluss.

Bei vergleichbarer Version unterstützt DisplayPort mindestens ebenso hohe Datenraten wie HDMI und ermöglicht bei kompatiblen Geräten nativ die Reihenschaltung mehrerer Monitore über einen einzigen Ausgang. Bei einem Desktop-Arbeitsplatz mit zwei Monitoren ist DisplayPort daher die bevorzugte Wahl, wenn die Grafikkarte genügend Anschlüsse bietet.

USB-C, Bild und Strom über ein einziges Kabel

USB-C verändert die Art der Verbindung. Dasselbe Kabel überträgt Bild, Ton, Daten von den am Monitor angeschlossenen Peripheriegeräten und Strom zum Laden des Laptops. Der Computer wird damit mit einem einzigen Handgriff mit dem Monitor verbunden und gleichzeitig geladen.

Diese Verbindung setzt zwei Bedingungen voraus. Der USB-C-Ausgang des Computers muss den Videomodus unterstützen, was nicht bei allen USB-C-Anschlüssen der Fall ist. Außerdem muss die vom Monitor bereitgestellte Leistung für den Computer ausreichen: Die JAPANNEXT-Desktop-Modelle mit Ladefunktion bieten 65 W, wie etwa der 27-Zoll-WQHD-Monitor mit IPS-Panel und USB-C. Die Details dieser Ladefunktion, ihre Leistungsstufen und Grenzen werden in unserem Artikel über den USB-C-Monitor mit Power Delivery erläutert.

VGA und DVI, was von den älteren Anschlüssen bleibt

VGA ist ein analoger Anschluss mit 15 Pins, erkennbar an seiner trapezförmigen Form und den beiden Schrauben. Er überträgt keinen Ton und verliert an Schärfe, sobald die Auflösung steigt. Man findet ihn noch an Konferenzraum-Projektoren und älterer Hardware.

DVI ist digital und breiter, ebenfalls mit zwei Befestigungsschrauben. Auch dieser Anschluss überträgt keinen Ton. Beide Anschlüsse findet man vor allem in bestehenden IT-Umgebungen, wo sie manchmal den Einsatz eines Adapters erfordern. Ein Adapter fügt ein weiteres Glied in die Verbindungskette ein und damit eine zusätzliche Grenze, die geprüft werden muss.

Die USB-Anschlüsse des Monitors und die gemeinsame Nutzung der Tastatur

Ein Desktop-Monitor verfügt häufig über USB-Anschlüsse, deren Funktion nicht sofort ersichtlich ist. Die beiden USB-A-Anschlüsse dienen zum direkten Anschließen einer Tastatur, Maus oder eines USB-Sticks an den Monitor. Ein quadratischer USB-B-Anschluss verbindet diese Peripheriegeräte mit dem Computer: Der Monitor fungiert dann als USB-Hub auf dem Schreibtisch.

Diese Verkabelung ermöglicht die KVM-Funktion für Tastatur, Video und Maus. Zwei Computer, die an denselben Monitor angeschlossen sind, können sich eine Tastatur und eine Maus teilen, und zwischen ihnen kann gewechselt werden, ohne etwas umstecken zu müssen. Ein Kopfhöreranschluss ergänzt die Ausstattung in der Regel, um den Ton an einen Kopfhörer oder Lautsprecher auszugeben.

Wenn der Monitor schwarz bleibt, ist der Anschluss der erste Verdächtige

Wenn ein angeschlossener Monitor nichts anzeigt, liegt die Ursache meistens an der Verbindung und nicht am Computer. Vier Punkte sollten der Reihe nach geprüft werden, vom häufigsten zum seltensten.

  • Die am Monitor ausgewählte Quelle. Ein Monitor mit mehreren Eingängen zeigt den Eingang an, der in seinem Menü ausgewählt wurde; eine automatische Umschaltung ist nicht immer vorhanden.

  • Das Kabel. Ein Kabel, das für eine niedrigere Auflösung ausgelegt ist, kann zu einem schlechteren oder instabilen Bild oder zu einem komplett schwarzen Bildschirm führen.

  • Die Richtung des Adapters. Ein Adapter von einem Anschluss auf einen anderen funktioniert nicht immer in beide Richtungen: Die technischen Angaben des Adapters geben die zulässige Richtung an.

  • Der Videomodus von USB-C. Ein USB-C-Anschluss ohne Videoübertragung kann Strom liefern und Daten übertragen, aber niemals ein Bild ausgeben.

Die Anschlüsse in einem Produktdatenblatt richtig lesen

Das technische Datenblatt listet die Anschlüsse auf und gibt bei den wichtigsten an, welche Formate sie unterstützen. Der 27-Zoll-4K-UHD-Monitor mit USB-C, Modell JN-IPS27UHDR-C65W-HSP-W, bietet beispielsweise HDMI 2.0 mit 3840 x 2160 bei 60 Hz, USB-C 3.1 mit 3840 x 2160 bei 60 Hz, DisplayPort, zwei USB-A-2.0-Anschlüsse, einen USB-B-Anschluss und einen Kopfhöreranschluss. Drei Kabel sind im Lieferumfang enthalten: HDMI, USB-C sowie USB-A auf USB-B für den Hub.

Vor dem Kauf genügen drei Prüfungen. Verfügt der Computer über den gewünschten Anschluss als Videoausgang? Unterstützen Auflösung und Bildwiederholfrequenz dieses Anschlusses die Werte, die der Monitor darstellen soll? Passt das mitgelieferte Kabel zum gewählten Anschluss, oder muss ein anderes Kabel eingeplant werden? Anschließend lohnt sich ein Blick auf den Paneltyp, da dieser das Bild selbst bestimmt – ein Punkt, den wir in unserem Vergleich von IPS- und VA-Panels ausführlich behandeln.